Wie jeden dritten Donnerstag im Monat trafen sich wieder die Genusswanderer des TSV zur dritten Etappe der Markungswanderung am Melchiorparkplatz.

Wie gewohnt stimmten sich alle Teilnehmer mit einer kleinen Gymnastik auf die bevorstehende Wanderung ein. Anschließend führte der Weg hinter der Rundsporthalle entlang der Erms. Dort gab Wanderführer Karl Mack einen kurzen Einblick in die Geschichte des ehemaligen Fischteichs des Gymnasiums. Die dort gezüchteten Fische waren früher ein Bestandteil im Biologieunterricht.

Über die Teufelsbrücke und weiter der B312 entlang ging es bis zur Gemarkungsgrenze nach Bempflingen, etwa auf Höhe des Adler-Parkplatzes. Von dort verlief die Wanderung rechtwinklig bergauf entlang der Grenze. Ein dichtes, nahezu undurchdringliches Gebüsch zwang die Gruppe zu einem kleinen Umweg. Oben angekommen erreichten wir mitten auf einem abgeernteten Stoppelfeld die Dreimarkungsgrenze Neckartenzlingen – Bempflingen – Mittelstadt.

Von hier aus folgten wir der Grenze zu Mittelstadt. Sie bildet zugleich die Landkreisgrenze zwischen Esslingen und Reutlingen sowie die historische Grenze zwischen Nord- und Südwürttemberg. An dieser Stelle wurde auch das Ausmaß der geplanten Windkraftanlagen besonders deutlich. Die hervorragende Aussicht in alle Richtungen ist hier aber besonders zu erwähnen.

Am Hartwald angekommen genossen wir endlich den Schatten der Bäume. Dort waren ein vermutlich keltischer Hügel mit mehreren Fuchs- und Dachsbauten sowie ein flüchtendes Reh zu sehen. Entlang dieser Grenze finden sich noch zahlreiche historische Grenzsteine. Einige wurden bei Forstarbeiten umgefahren und bisher nicht wieder aufgestellt, sodass sie heute am Boden liegen. Hier könnten sich die betroffenen Kommunen vielleicht um eine Wiederherstellung kümmern.

Ein großes Waldstück auf Mittelstädter Seite soll entlang der gesamten Grenze der geplanten Windkraftanlage weichen. Am Sendemast angekommen legten wir eine kurze Trinkpause ein. Dabei stellten wir fest, dass der zweite Funkturm inzwischen abgebaut wurde. Die geplanten Windräder würden den etwa 50 Meter hohen Sendemast um ungefähr das Fünffache überragen.

Anschließend führte der Weg weiter nach Norden bis zum nächsten rechtwinkligen Grenzpunkt und von dort nach Westen rund 800 Meter auf dem Waldweg in Richtung Mittelstadt. Am Eckpunkt entschied sich die Gruppe einstimmig für den steilen Abstieg durch die Bachschlucht. Unten am Nutzenbühl angekommen entdeckten wir einen der letzten Grenzsteine mit den historischen Zeichen „Gänsefuß“ auf der Mittelstädter und „Wolfsangel“ auf der Neckartenzlinger Seite – einer der vielen bemerkenswerten Grenzsteine, die auch im Heimatbuch erwähnt werden.

Weiter ging es in Richtung Mittelstadt zu einem Biotop, das 1990-1991 von Mittelstädter Schülern im Rahmen eines Schulprojekts angelegt wurde und bis heute gepflegt wird. Hinter dem Biotop steht der letzte Eckgrenzstein. Von dort verläuft die Gemarkungsgrenze rechtwinklig in Richtung Neckar, anschließend rund 800 Meter flussaufwärts mitten durch den Neckar bis zum Endpunkt der vorherigen Markungswanderung.

Über den Anglerweg und die Kreuzung der Sieben Wege kehrten wir schließlich zum Tennisstüble zurück, wo das wohlverdiente Mittagessen auf uns wartete. Zur Auswahl standen Gnocchi à la Florentina, ein reichhaltiger Salatteller und Pizza. Ein herzlicher Dank gilt der Familie Da Nico für die freundliche Bewirtung.