Die Genusswanderer des TSV trafen sich am dritten Donnerstag im Februar um entlang des geologischen Pfads zu wandern. Der Pfad mit vom Schwäbischen Albverein aufgestellten Hinweistafeln gibt an einigen markanten Punkten Informationen zu den geologischen Eigenheiten rund um Neckartenzlingen. Der ca. 3 Km lange geologische Pfad wurde von der Ortgruppe Neckartenzlingen im Schwäbischen Albverein anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums im Jahre 1997 angelegt und zum 125-jährigen Jubiläum restauriert. Auf den um Neckartenzlingen abgebauten Stubensandstein wird dabei besonders eingegangen.

Zum damaligen 950-jährigen Jubiläum der Gemeinde Neckartenzlingen sollte der angelegte Weg auch daran erinnern, dass neben der Landwirtschaft und dem Handwerk auch der Abbau und der Handel von Werk- und Mühlsteinen in der Vergangenheit ein wichtiger Erwerbszweig war. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und bis ins 20. Jahrhundert hinein sicherte er vielen Familien deren Lebensunterhalt.

Die Führung am Donnerstagmorgen mit Wanderführer Franz Breitenbach begann nach einem kurzen Aufwärmtraining vor der Melchiorfesthalle. Die Fassade der Halle ist ein Beispiel für die Verwendung des Stubensandsteins. Bei den von Wilhelm Schmid gesammelten und zu einem „Bauwerk“ zusammengefügten Beispielen für die Verwendung des Sandsteins erhielten die Teilnehmer auch einen Überblick über den geologischen Aufbau der Neckartenzlinger Gegend. Die an den Sandsteinen angebrachte Tafel erläutert den Übergang vom Keuper zum Jura, deren Aufbau und deren unterschiedliche Entstehungsgeschichte.

Da das `Ermsbrückle´ immer noch gesperrt ist wurde nicht zu der dort angebrachten Hinweistafel in der Nähe des Schulzentrums gegangen, sondern lediglich mündlich auf die Besonderheiten der Schotterlagen der Flusslandschaft um Neckartenzlingen hingewiesen. So sind die im Talbereich der Erms abgelagerten Schotter aus der Riß- und Würm-Eiszeit erdgeschichtlich jüngeren Datums. Ältere Schotter findet man hingegen am Neckar, dem älteren Flusssystem.

Unser Weg führte dann zur nächsten Informationstafel am „Hohlen Stein“. Auf dieser wird nochmals besonders auf den Stubensandstein, dessen mineralischen Aufbau und sowie den sich daraus ergebenden Eigenschaften eingegangen.
Entlang des Neckars erreichte die Gruppe den Marktplatz. An der dort angebrachten Wandertafel des Schwäbischen Albvereins erhielten die Teilnehmer weitere Hinweise zur Neckartenzlinger Landschaft. Auch die auf der Wandertafel eingezeichneten Wandervorschläge rund um Neckartenzlingen wurden vorgestellt.

Da der untere Weg am Neckar entlang gesperrt war, konnte nicht zu den Resten des am Beginn des Schönrains gelegenen Sandsteinbruchs gewandert werden. Stattdessen gingen die Wanderer die Steige hinauf zum „Oberen Berg“. Beim Aufstieg erkläre unser Wanderführer, dass der Steinbruch am Schönrain einer von fünfzehn war, die noch bis zu Beginn des 20. Jahrhundert in Betrieb waren. Die abgebauten Steine enthalten als Bindemittel Quarz und gelten als besonders hart. Ins besonders bei der Verwendung als Mühlstein war dies eine wichtige Eigenschaft.

Am oberen Berg hatten die Wanderer einen Überblick auf die Lage des Ortskerns auf dem vorgeschobenen Schwemmfächer der Erms in den Neckar. Mit der Nutzung der Wasserkraft für die an der Erms betrieben Mühlen wurden wichtige Steuern und Abgaben erwirtschaftet. Darüber hinaus waren die Mühlen über viele Jahrhunderte ein wichtiger Anziehungspunkt für Handel und Gewerbe.

In Richtung Bempflingen und zurück durchs Oberdorf gings dann zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Parkplatz an der Melchiorfesthalle. Dort endete auch die interessante Führung entlang des geologischen Pfads und fand seinen Ausklang beim Mittagessen mit `Leberspätzle nach Omas Rezept´ im TSV-Sportheim.